Seit 1996 sind die Bauhausstätten Weimar und Dessau UNESCO Weltkulturerbe.
Die nach Muche, Feininger, Kadinsky, und Klee benannten Straßen finden wir im „Beamtenviertel“, des nach der Wende in Stahnsdorf bebauten Flurstücks „Schmale Enden I“.  

Walter Gropius, geboren am 18. Mai 1893 in Berlin, gestorben 1969 in Boston (USA), war 1928 mit der Planung der „Siemensstadt“ befasst, ab 1960 plante er die „Gropiusstadt“, zwischen den Siedlungen Britz, Buckow, Rudow gelegen. Für die Internationale Bauausstellung Berlin 1957 entwarf er das im „Hansaviertel“ errichtete
„Walter-Gropius-Haus“.
Sein Vater Walter Gropius sen. (27. Mai 1848 – 19. Februar 1911 in Charlottenburg) Baurat in Berlin, ist nach einer Umbettung im Block „Neue Umbettung“ des Südwestkirchhofs bei uns in Stahnsdorf beigesetzt worden.

Die Weiterfahrt führte uns nach Reppichau, gelegen im Landkreis Köthen im Stadtdreieck Köthen – Aken – Dessau. Ein Ort mit knapp 500 Einwohnern. Es ist ein altes Angerdorf, das im 12. Jahrhundert das erste Mal erwähnt wurde. Das anhaltische Bauerndorf wurde durch die Landwirtschaft geprägt und hat sich zu einem ländlichen Wohn- und Arbeitsort gewandelt, in dem der Bildungstourismus aktiviert wurde.
Reppichau ist der Geburtsort des Eike von Repgow, Verfasser des Sachsenspiegels, eines der bedeutendsten und am weitesten verbreiteten Gesetzbücher. Der Sachsenspiegel ist nicht nur das älteste deutsche Rechtsbuch, sondern auch eines der ersten Prosawerke in deutscher Sprache, woraus über 700 Jahre die deutsche Rechtsprechung abgeleitet wurde. In Anhalt, Thüringen und Holstein wurde bis zur Einführung des heute geltenden Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 1900 daraus Recht gesprochen.


Eike von Repkow wollte mit dem Sachsenspiegel das vorgefundene Recht seiner Heimat spiegeln.

            „Spiegel der Sachsen“ sei das Buch genannt,
                 denn Sachsenrecht wird darin erkannt
              wie in einem Spiegel der Frauen ihr Antlitz beschauen."


Er wollte den Zustand des geltenden Gewohnheitsrechtes wiedergeben, das von den Vorfahren überliefert wurde. Eike schreibt in seinem Sachsenspiegel:

Dies Recht hab ich mir nicht selbst ausgedacht. Es ist vielmehr seit alters her von unseren rechtschaffenen Vorfahren überliefert worden. Wenn ich es vermag, will ich es bewahren, damit mein Schatz unter der Erde nicht mit mir vergehe. Die Gnade, die Gott mir erwiesen, soll zum Allgemeinbesitz der ganzen Welt werden.

Der im Jahr 2000 gegründete Förderverein Eike von Repkow e.V. würdigt diese einzigartige Lebensleistung des Eike von Repgow in seinem Kunstprojekt Sachsenspiegel. Die einmalige historische Bedeutung zielt darin, dass über Bildungstourismus die deutsche und europäische Rechtsgeschichte wie in einem Freilichtmuseum im Eike-von-Repgow-Dorf dargestellt wird. Mit unserem Kunstprojekt schaffen wir einen weiteren touristischen Magnet nahe der Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes, wie Bauhaus Dessau, Wörlitzer Gartenreich und Lutherstadt Wittenberg.

Zur körperlichen Kräftigung, zur Einnahme des Mittagessens, fuhr uns anschließend der Bus nach Kochstedt, einem Stadtteil von Dessau/Roßlau, in das Traditionsgasthaus „Grüner Baum“.

Zum Ausklang des Aufenthaltes in der Kulturlandschaft fuhren wir dann nach Jeßnitz, einem Ortsteil von Wolfen, um im Musikhotel „Goldener Spatz“ einem Musikprogramm zur Kaffeezeit, gestaltet von der Chefin, der Sängerin Angela Novotny, beizuwohnen.

Ein ereignisreicher Tag endete nach anschließender Autobahn-Rückfahrt in unserem sehr hauptstadtnahen Stahnsdorf.


Unter Zuhilfenahme
der Dokumentation des Fördervereins Eike von Repgow e.V.


Jürgen Böhm
Vorsitzender des
Stahnsdorfer Heimatverein e.V.

Die folgenden Fotos sind von unserem Mitglied Rudi Warsinsky.