Wir gedenken dem Kriegsende in Stahnsdorf

In diesen Tagen gedenken wir der Befreiung Deutschlands vom Faschismus durch die Alliierten der Anti-Hitler-Koalition vor 75 Jahren und erinnern uns an das Kriegsende in Stahnsdorf. Von Süden kämpfte sich vor allem die 1. Ukrainische Front auf Berlin vor. Am 22.April 1945 erreichte die 7.Gardepanzerarmee unter Generalleutnant Nowikow die Region südlich und südwestlich des Teltowkanals. Obwohl die Niederlage Hitlerdeutschlands absehbar war, sprengten  Soldaten der deutschen Wehrmacht  noch am 23.April alle Brücken über den Kanal und gruben sich, unterstützt vom Volkssturm aus Kleinmachnow, am Nordufer ein. Nachdem die Rote Armee in dichter Folge Geschütze zwischen Stahnsdorf und Teltow aufgestellt und die Schützendivision herangeführt hatte, sowie die Boote und Pontons für die Überquerung des Kanals bereitstanden, begann am Morgen des 24.April mit massivem Artilleriefeuer die Schlacht am Teltowkanal. Nach verlustreichen Kämpfen auf beiden Seiten gelang den sowjetischen Soldaten der entscheidende  Durchbruch  zwischen der Knesebeck- und der Wupperbrücke in Teltow. Über diesen Weg rückten die Truppen der 1.Ukrainischen Front ins Zentrum Berlins vor, wo sie gemeinsam mit der 1.Belorussischen Front das nationalsozialistische Deutschland militärisch besiegten. In der Nacht vom 8. zum 9.Mai 1945 bestätigten die ranghöchsten Vertreter der deutschen Wehrmacht, der Marine und  der Luftwaffe in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands.
Die Verluste in Stahnsdorf waren auf beiden Seiten hoch. Über die gefallenen deutschen Soldaten auf Stahnsdorfer Territorium liegen keine exakten Angaben vor. Wie inzwischen zugängliche sowjetische Quellen belegen, sind in Stahnsdorf am 23. und 24. April 1945 über 100 Angehörige der Roten Armee ums Leben gekommen. 43 davon wurden vor Ort provisorisch beerdigt. Auf den Kriegsgräberstätten in Kleinmachnow, dem Friedhof an der Michendorfer Chaussee bei Potsdam und auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof  Güterfelde ruhen zahlreiche Kriegsopfer, ums Leben gekommene ukrainische Zwangsarbeiter und nach dem Krieg verstorbene Militärangehörige aus der damaligen Sowjetunion. Am 8.Mai 2020 möchte der Stahnsdorfer Heimatverein der Opfer gedenken. Nie wieder Krieg, nie wieder Hass zwischen den Völkern und nie wieder militärisches Säbelrasseln an den Grenzen. Mit Gewalt lassen sich keine Probleme dauerhaft aus der Welt schaffen. Diesem Anliegen ist die Gedenkveranstaltung des Stahnsdorfer Heimatvereins am 8.Mai 2020 um 16.00 Uhr auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde an der Potsdamer Allee verpflichtet. Es werden der Historiker Dr. Werner Stang vom Heimatverein und der Bürgermeister von Stahnsdorf, Bernd Albers, sprechen. Über die Teilnahme von Bürgern aus Stahnsdorf und der Umgebung würden wir uns freuen. Falls der Termin 8. Mai 2020 wegen der Coronakrise nicht möglich sein sollte, wird die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Darüber wird gegebenenfalls auf der Website der Gemeinde Stahnsdorf informiert.

Dr. Hans-Joachim Koch
Mitglied im Stahnsdorfer Heimatverein

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